Hallo Raja unbekannterweise,
nachdem ich Deine Kommentare zu meinen letzten Artikeln gelesen habe, habe ich mir gedacht, bevor ich das Kommentarfeld überstrapaziere, antworte ich ausführlicher auf diesem Wege, vielleicht interessiert es auch noch den einen oder anderen, obwohl ich in meinen Blogs ja immer recht ausführlich beschreibe, was wann wie und wo
.
Nein, ich habe die letzten 5 Spengleri-Eier nicht im Terrarium belassen, sondern in eine Brutbox überführt. Alle Eier stammten aber vom selben Weibchen (Nr 2). Meine erste Nachzucht von vor 7 Jahren war von meinem Weibchen Nr. 1; das Ei hatte ich im Terra belassen, da ich es zu spät entdeckte und es schon weit fortgeschritten war. Das Weibchen hatte ich aus dem Terra entfernt. Daraus schlüpfte dann “Pheng Long”. Leider verstarb das bevorzugte Männchen von meinem Weibchen Nr. 1, sie hatte danach nie wieder eine Ablage, weil sie meine beiden anderen Männchen nie akzeptierte.
Mein Weibchen Nr. 2 ist noch ein recht junges Exemplar, so um die 10-12 Jahre. Keines der Eier von Ihr sah bislang “normal” aus, entweder waren dicke Verkalkungen an den Eipolen, sie entwickelten sich für ca. 4 Wochen an, dann war Schluss – oder sie waren unbefruchtet. Ich habe mir aber auch schon Gedanken gemacht, beim nächsten Spengleri-Ei es wieder an Ort und Stelle zu belassen – vorausgesetzt, es ist befruchtet. Weibchen Nr. 2 ist mit Ihrer Männchenauswahl aber auch sehr eigen, sie bevorzugt nur das ältere meiner beiden. Somit kann ich also auch nicht sagen, ob es vielleicht am Männchen liegt?….

Spengleri-Weibchen Nr. 2
Meine anderen beiden Weibchen Nr.3 und Nr.4 sind Gott sei Dank nicht so wählerisch. Sie akzeptieren beide Männchen. Da warte ich in diesem Jahr noch auf die ersten Ablagen, die Paarungen waren jedenfalls erfolgreich.
Bei meinen spengleris bin ich nicht ganz so penibel mit den Aufzeichnungen, mein “Spezial-Gebiet” sind auf alle Fälle meine Pyxidea mouhotii. Ist schon komisch: Bei den Pyxideas ist die Zucht wesentlich schwieriger und langwieriger, da die Tiere sehr darauf angewiesen sind, eine100% richtige Umgebung zu haben, damit sie sich überhaupt paaren. Ob Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit, es spielen da ganz viele Faktoren eine Rolle, um die Pyxideas in Paarungsstimmung zu bekommen. Dafür habe ich schon 8 Jahre “Testphase” verbraucht. Auch die Entwicklung der Eier verzeihen kaum einen “Haltungsfehler”, diese bittere Erfahrung musste ich auch erst machen. Aber auch wenn es noch so schwierig ist, da habe ich irgendwie mehr Glück als bei meinen spengleris. Ich bin recht stolz drauf, dass ich innerhalb von drei Jahren 4 putzmuntere Nachzuchten aus dem Ei schlüpfen sehen konnte. Die Erfahrungssammlung aus den vielen Jahren und die sorgfältigen “Privatstudien” haben da sicherlich zu beigetragen. Bei Pyxideas ist es “nicht mal eben ein Männchen und ein Weibchen nehmen und dann wird´s schon was”…
Die letzte Nachzucht, “Calimero”, war eigentlich seit der Eiablage bis zum Schlupf überhaupt der Auslöser, warum ich hier seit Januar 2009 im WA-Blog schreibe. So konnte jeder supergenau die ganze Entstehungsgeschichte mitverfolgen, wie schwierig es ist und war. Teilweise war es aber auch sehr spannend… ich würde mir bei jedem weiteren Schlupf auch wieder die Nächte um die Ohren schlagen, um nichts zu verpassen.
Ja, ich gebe es offen zu: Meine Pyxideas sind doch meine bevorzugte Sorte
. Das soll aber nicht heissen, dass meine spengleris in irgendwas (Haltung etc.) zurückstehen; man hat halt so seine Lieblinge….
Auch wenn ich bei den Wartezeiten der Pyxideas immer halb verrückt werde: Wenn eine Paarung denn mal stattgefunden hat (was bei dem kurzen Paarungsfenster dieser Sorte ja auch nicht immer gegeben ist) bin ich schon happy. Nach der Paarung heisst es immer 7 Monate warten, ob es Eier gibt – das ist eine recht lange Zeit. Aber meine ganzen Aufzeichnungen über all die Jahre sind sehr ausführlich, deshalb kann ich das so genau bezeiten.
Dass das erste Ei von Pepper unbefruchtet war, damit war eigentlich zu rechnen. Wichtig ist erst einmal gewesen, dass sich überhaupt Eier in ihr entwickeln – und damit der Stein für weitere Ablagen in den nächsten Jahren ins Rollen gekommen ist. Die Eier von Pyxideas belasse ich auf keinen Fall im Terra: Ich musste schon bei Safran miterleben, dass Sie die Eier nur oberflächlich vergraben hatte und dann “drübergelatscht” ist; die Eier zerbrachen, bevor ich sie bergen konnte. Wenn da so 800-900 Gramm Tier auf die Kalkschale treten, ist das das Todesurteil…. Die Gefahr, zusätzlich Eierverluste einzufahren, ist also beim Belassen im Terra viel zu hoch. Dafür gibt es von Pyxideas noch viel zu wenig Nachzuchten, als dass man da zu viele Experimente wagen sollte….
Raja, ich hoffe, Dir damit ausführlich genug geantwortet zu haben. Ist das hier Deine bevorzugte mailadresse? Wenn Du möchtest, schicke ich Dir eine kurze mail, damit Du meine bekommst, dann können wir gerne weiterplaudern. Bin an Deiner Geschichte und Deinen Nachzuchterfahrungen mit spengleris sehr interessiert! Auch ich lerne gerne dazu!
Nette Grüsse,
Ines
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